5 September 2018

Spannstahlbruchortung an der Elsenbrücke

In Berlin wurde am vergangenen Donnerstag eine der verkehrstechnisch wichtigsten Brücken halbseitig gesperrt. Auffällige Rissbildungen waren der Grund. 

Die 165 Meter lange Elsenbrücke verbindet die Bezirke Alt-Treptow und Friedrichshain miteinander und wird besonders durch den täglichen Berufsverkehr stark beansprucht.

Kurz nach 22 Uhr am Donnerstagabend wurde die Brücke aufgrund der starken Rissbildung am Unterbau halbseitig gesperrt. Am darauffolgenden Tag kontaktierte der Berliner Senat direkt die Kiwa, um die notwendigen Untersuchungen durchführen zu lassen. 

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Die deutlich sichtbaren Risse am Unterbau der Elsenbrücke riefen die Kiwa auf den Plan

 

Der in Brücken eingesetzte Spannstahl kann infolge von Spannungsrisskorrossion oder unter Einwirkung von Tausalzen reißen. Mithilfe der Spannstahlbruchortung können Brüche in Spanngliedern auf Basis der magnetischen Streufeldmessung zerstörungsfrei – also ohne Öffnung des Bauwerkes und des damit zusammenhängenden Aufwandes – lokalisiert werden. So können rechtzeitig notwendige Instandsetzungsarbeiten durchgeführt und die Standsicherheit des Brückenbauwerkes erhalten werden. 

Unsere Experten untersuchen die Elsenbrücke ebenfalls auf eine eventuell schädigende AKR (Alkalie-Kieselsäure-Reaktion). Die AKR ist eine der häufigsten Ursachen für Rissbildungen aufgrund von Treibreaktionen und Ausblühungen an Betonbauwerken.Der Grund für diese Schäden sind alkaliempfindliche Gesteinskörnungen im Beton, die beispielsweise mit dem Grundwasser oder Frostschutzmitteln reagieren. Um diese Gesteinskörner bildet sich das sogenannte Alkalisilikatgel, welches sich soweit ausdehnen kann, dass der Beton von innen gesprengt wird.

Sie möchten mehr über die Untersuchungen an der Elsenbrücke oder unsere Services in diesem Bereich erfahren? Kontaktieren Sie dafür ganz einfach Herrn Prof. Dr.-Ing. Andrei Walther (andrei.walther@kiwa.de).