IP-Prüfungen nach IEC 60529 Schutz gegen feste Fremdkörper, Staub und Wasser (IP1X–IP6X / IPX1–IPX8)
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Was bedeutet „IP“?
Die IP-Kennung besteht aus den Buchstaben „IP“ und zwei Kennziffern:
1. Kennziffer (IP1X–IP6X): Berührschutz und Schutz gegen feste Fremdkörper (inkl. Staub)
2. Kennziffer (IPX1–IPX8): Schutz gegen Wasser
Hinweis: „X“ bedeutet, dass diese Kennziffer nicht bewertet wurde (z. B. IPX7 = Wasserschutz geprüft, Festkörperschutz nicht bewertet).
Beispiel: IP44 – häufige Schutzart in der Praxis
IP44 kombiniert einen soliden Basisschutz für viele Alltags- und Installationsanwendungen:
Die erste Kennziffer „4“ bedeutet Schutz gegen feste Fremdkörper ≥ 1 mm (z. B. dünne Drähte, kleine Werkzeuge) und eine höhere Sicherheit gegen Berührung. Die zweite Kennziffer „4“ steht für Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen.
Typische Produkte/Anwendungen, bei denen IP44 oft gefordert oder beworben wird:
- Leuchten und Betriebsmittel in Feuchträumen (z. B. Bad, Waschküche) sowie bestimmte Außenleuchten
- Steckdosen, Mehrfachsteckdosen und Installationsgeräte in Bereichen mit Spritzwasser-/Witterungseinfluss (z. B. überdachte Außenbereiche)
- Klein- und Haushaltsgeräte mit potenzieller Spritzwasserbelastung (z. B. Küche/Utility)
- Bedien- und Anschlussboxen, kleine Steuergeräte oder Sensorik in Industrieumgebungen ohne Strahlwasser-Anforderung
Festkörper- und Staubschutz (IP1X bis IP6X)
Die erste Kennziffer beschreibt den Schutz gegen Berührung und das Eindringen fester Fremdkörper. Für Staub sind insbesondere IP5X und IP6X relevant:
IP1X–IP4X: Schutz gegen feste Fremdkörper unterschiedlicher Größe sowie Berührschutz (z. B. Finger/Tools)
IP5X: staubgeschützt (Staubeintritt möglich, jedoch nicht in einer Menge, die Funktion oder Sicherheit beeinträchtigt)
IP6X: staubdicht (kein Staubeintritt unter den normativen Prüfbedingungen)
Wasserschutz (IPX1 bis IPX8)
Die zweite Kennziffer definiert den Schutz gegen Wasser – von Tropfwasser bis Untertauchen:
- IPX1: Schutz gegen senkrecht fallende Wassertropfen
- IPX2: Tropfwasser bei Gehäuseneigung
- IPX3: Sprühwasser
- IPX4: Spritzwasser aus allen Richtungen
- IPX5: Strahlwasser
- IPX6: starkes Strahlwasser
- IPX7: zeitweises Untertauchen (definierte Bedingungen)
- IPX8: dauerhaftes Untertauchen (Bedingungen werden zwischen Hersteller und Prüfstelle festgelegt)
So läuft die Prüfung praktisch ab:
- Scope & Serienzustand festlegen (Dichtungen, Verschlüsse, Steckverbinder, Kabeldurchführungen, Druckausgleich, Zubehör).
- Prüfaufbau gemäß IEC 60529 definieren (Schutzart, Prüfmethode, Prüfdauer, Funktionskriterien).
- Durchführung der Prüfung (Festkörper/Staub und/oder Wasser je nach Ziel-IP).
- Befundung & Funktionsprüfung (vor/nach der Exposition; ggf. Öffnung und visuelle Beurteilung von Eindringstellen).
- Dokumentation im Prüfbericht (Prüfbedingungen, Ergebnisse, Aussage zur erreichten Schutzart).
Was wir von Ihnen benötigen
- Ziel-Schutzart(en) (z. B. IP54, IP65, IPX7 etc.) und Einsatzprofil (Innen/Außen, Staub-/Wasserbelastung).
- Prüfling(e) im Serienzustand inkl. relevanter Zubehörteile/Abdeckungen.
- Kurze Produktbeschreibung (Funktion, Stromversorgung, kritische Öffnungen/Schnittstellen).
- Falls IPX8: gewünschte Eintauchbedingungen (Tiefe, Dauer) bzw. Herstellervorgaben.
Ihr Ergebnis
Sie erhalten einen IEC-60529-konformen Prüfbericht mit nachvollziehbarer Dokumentation und eindeutiger Aussage zur erreichten IP-Schutzart. Bei Abweichungen unterstützen wir mit konkreten Hinweisen zu typischen Schwachstellen (z. B. Dichtkonzept, Druckausgleich, Steckverbinder, Spaltmaße).
Interesse an einer IP-Klassifizierung? Kontaktieren Sie das ECP-Vertriebsbüro von Kiwa mit Ziel-IP, Produktdatenblatt/Zeichnung und Serienkonfiguration – wir schlagen das passende Prüfprogramm vor.