Product Carbon Footprint (PCF) Den CO2 Fußabdruck Ihrer Produkte kennen, kommunizieren und reduzieren
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Was ist ein Product Carbon Footprint?
Der Product Carbon Footprint – auch CO2 Fußabdruck eines Produkts genannt – quantifiziert alle direkten und indirekten Treibhausgasemissionen, die mit einem Produkt verbunden sind. Das Ergebnis wird in Kilogramm CO2 Äquivalenten angegeben.
Der PCF erfasst Emissionen aus:
- Rohstoffgewinnung: Abbau, Verarbeitung von Vormaterialien
- Produktion: Fertigung, Energieverbrauch in der Fabrik
- Transport: Lieferkette, Distribution
- Nutzungsphase: Energieverbrauch während der Nutzung (wenn relevant)
- End of Life: Entsorgung, Recycling
Systemgrenzen je nach Zielsetzung:
- Cradle to Gate: Bis zum Werkstor (häufigste Variante für B2B)
- Cradle to Grave: Bis zur Entsorgung
- Cradle to Cradle: Vollständiger Kreislauf
Scope 1, 2 und 3 erklärt
Bei der Berechnung werden Emissionen nach dem GHG Protocol in drei Kategorien eingeteilt.
Wichtig: Scope 3 macht oft 70 bis 90 Prozent der Gesamtemissionen eines Produkts aus. Für einen aussagekräftigen PCF ist die Erfassung dieser Emissionen entscheidend.
Scope 1
Direkte Emissionen aus eigenen Quellen
Beispiel: Verbrennung in eigenen Anlagen
Scope 2
Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie
Beispiel: Strom, Wärme, Dampf
Scope 3
Alle übrigen indirekten Emissionen
Beispiel: Lieferkette, Transport, Nutzung, Entsorgung
Normen & Rahmenbedingungen
Die ISO 14067 ist der maßgebliche Standard für die Berechnung des Product Carbon Footprints.
Zentrale Anforderungen:
- Konformität mit Ökobilanzierung nach ISO 14040/14044
- Definition von Systemgrenzen und funktioneller Einheit
- Transparente Dokumentation aller Annahmen
- Berücksichtigung aller relevanten Treibhausgase (nicht nur CO2)
- Möglichkeit zur externen Verifizierung
Abgrenzung zu anderen Standards:
- ISO 14067: Fokus: Product Carbon Footprint | Anwendung: Einzelne Produkte
- ISO 14064: Fokus: Corporate Carbon Footprint | Anwendung: Unternehmen/Standorte
- GHG Protocol: Fokus: PCF (US Ansatz)| Anwendung: International kompatibel
Warum ist der PCF relevant für Ihr Unternehmen?
Regulatorische Anforderungen
- CSRD fordert ab 2025 Scope 3 Emissionen in der Berichterstattung
- EU Green Claims Directive wird wissenschaftliche Basis für Umweltaussagen erfordern
- Lieferanten müssen Produktemissionen für Kunden Scope 3 Bilanz liefern
Markt und Kundenanforderungen
- Große Abnehmer fordern zunehmend Klimadaten von Lieferanten
- Öffentliche Ausschreibungen berücksichtigen verstärkt Umweltkriterien
- Endkunden achten auf klimafreundliche Produkte
Strategische Vorteile
- Emissionstreiber in der Wertschöpfungskette identifizieren
- Basis für gezielte Reduktionsmaßnahmen schaffen
- Produkte mit niedrigerem Carbon Footprint differenzieren
PCF, EPD oder LCA – was brauche ich?
Dafür werfen wir einen Blick auf Fokus und wann was sinnvoll ist:
| Instrument | Fokus | Wann sinvoll? |
| PCF | Nur Treibhausgasemissionen | Klimakommunikation, Scope 3 Daten, schneller Einstieg |
| EPD | Alle Umweltwirkungen, verifiziert | Bauprodukte, DGNB/LEED, Ausschreibungen |
| LCA | Detaillierte wissenschaftliche Analyse | Produktentwicklung, Forschung, interne Optimierung |
Unser Tipp: Für Bauprodukte hat es sich bewährt, direkt eine EPD zu erstellen. Diese enthält den PCF und weitere Umweltwirkungen. Gerne beraten wir Sie, welches Instrument für Ihre Situation passt.
Der PCF-Prozess mit Kiwa:
Kick-Off Meeting
Datenerhebung
Berechnung LCA/EPD/PCF
Verifizierung (optional)
Betreuung
Häufige Fragen zu Umweltprodukt-deklarationen (EPD)
Was ist ein Product Carbon Footprint?
Der PCF erfasst alle Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus eines Produkts von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung.
Was sind Treibhausgase (THG)?
Treibhausgase sind Gase in der Atmosphäre, die Wärmestrahlung aufnehmen und wieder abgeben. Dadurch verstärken sie den natürlichen Treibhauseffekt und tragen zur globalen Erwärmung bei.
Wie berechnet man den CO2 Fußabdruck eines Produkts?
Alle Inputs (Materialien, Energie) und Outputs (Emissionen, Abfälle) über den Produktlebenszyklus werden erfasst und in CO2 Äquivalente umgerechnet.
Was ist der Unterschied zwischen CCF und PCF?
Der Corporate Carbon Footprint (CCF) erfasst die Emissionen einer Organisation. Der Product Carbon Footprint (PCF) bezieht sich auf einzelne Produkte.
Ist der Product Carbon Footprint verpflichtend?
Grundsätzlich freiwillig. Durch CSRD und Lieferkettenanforderungen wird er jedoch zunehmend faktisch erforderlich.
Was kostet eine PCF Berechnung?
Die Kosten hängen von Produktkomplexität und Datenverfügbarkeit ab. Kontaktieren Sie uns für ein individuelles Angebot.
Wie lässt sich der CO2 Fußabdruck reduzieren?
Typische Hebel: Materialeinsatz optimieren, erneuerbare Energien einsetzen, Transportwege reduzieren, Recyclingmaterialien verwenden.
Sind alle Treibhausgase immer relevant?
Nicht unbedingt. In der Praxis dominieren häufig CO₂- und CH₄-Emissionen, während fluorierte Gase nur bei bestimmten Prozessen oder Produkten eine Rolle spielen.
Welche Treibhausgase werden berücksichtigt?
Beim PCF werden alle relevanten Treibhausgase gemäß internationaler Standards (z. B. ISO 14067, GHG Protocol) einbezogen: Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄), Lachgas (N₂O), Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW / HFCs), Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFKW / PFCs), Schwefelhexafluorid (SF₆), Stickstofftrifluorid (NF₃)
Kann ich aus einer PCF eine EPD haben?
Ja, aus einem PCF kann zu einem EPD führen. Und auch umgekehrt. Der Unterschied liegt in der Anzahl der Umweltauswirkungen
Nächster Schritt: Jetzt PCF berechnen lassen
Wir berechnen und verifizieren Ihren Product Carbon Footprint nach ISO 14067.
Unsere Leistungen:
- PCF Berechnung nach ISO 14067
- Datenerhebung und Hotspot Analyse
- Unabhängige Verifizierung (optional)
- Begleitung zur Reduktionsstrategie
Corporate Carbon Footprint
Der CCF ist eine integrale Kennzahl Ihres Organisational Footprints (OEF) und unverzichtbar für die Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD).
SEE-Standard – Der Nachhaltigkeitsstandard für die Metallindustrie
Der SEE-Standard zertifiziert Unternehmen aus der Mineralien- und Metallbranche, die entlang der Lieferkette ganzheitlich nachhaltig handeln und an einer kontinuierlichen Verbesserung arbeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die relevanten Nachhaltigkeitsaspekte systematisch geprüft und bewertet.
Organizational Environmental Footprint (OEF)
Der OEF erweitert den Corporate Carbon Footprint (CCF) um weitere Umweltwirkungen und vervollständigt so die Umweltbilanz Ihrer Organisation. Kiwa unterstützt Unternehmen bei der Erstellung eines OEFs und somit Einsparpotenziale zu identifizieren sowie die Umweltwirkungen Ihres Unternehmens zu reduzieren.