IFS - International Featured Standards
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Die IFS-Standards im Überblick
Bei IFS (International Featured Standards) gibt es mehrere spezialisierte Standards für unterschiedliche Bereiche der Lieferkette.
Warum ist eine IFS-Zertifizierung sinnvoll?
Der Nutzen einer IFS-Zertifizierung für Unternehmen liegt vor allem in Qualitätssicherung, Marktchancen und Risikominimierung.
Nachweis von Lebensmittelsicherheit und Qualität
Vertrauen und Marktzugang
Standardisierte und effizientere Prozesse
Risikominimierung und Rechtssicherheit
Wettbewerbsvorteil
Wie läuft eine IFS Zertifizierung ab?
Vorbereitung im Unternehmen
Das Unternehmen implementiert ein Qualitäts‑ und Lebensmittelsicherheitsmanage-mentsystem gemäß dem relevanten IFS‑Standard (z. B. IFS Food), inklusive HACCP‑Konzept, Dokumentation, Schulungen und interner Audits.
Auswahl der Zertifizierungsstelle
Eine akkreditierte Zertifizierungsstelle wird ausgewählt und ein Audittermin vereinbart.
IFS‑Audit (Vor‑Ort‑Audit)
Ein qualifizierter Auditor prüft Prozesse, Dokumente, Produktion, Hygiene, Rückverfolgbarkeit und Managementsystem. Abweichungen werden dokumentiert.
Maßnahmen und Korrekturen
Bei festgestellten Abweichungen erstellt das Unternehmen einen Maßnahmenplan und setzt Korrekturmaßnahmen innerhalb der vorgegebenen Fristen um.
Bewertung und Zertifikatsentscheidung
Die Zertifizierungsstelle bewertet Audit und Maßnahmen. Bei erfolgreichem Abschluss wird das IFS‑Zertifikat für 12 Monate ausgestellt.
Rezertifizierung
Zur Aufrechterhaltung des Zertifikats ist jährlich ein Wiederholungsaudit erforderlich.
Wer darf eine IFS Zertifizierung durchführen?
Eine IFS‑Zertifizierung darf nur durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle und einen zugelassenen IFS‑Auditor erfolgen. Nur so ist das Zertifikat international anerkannt und gültig.
Zertifizierungsprozess mit Kiwa
Die Zertifizierung erfolgt durch akkreditierte Kiwa-Gesellschaften. In Deutschland wird die IFS-Zertifizierung durch lokale Auditor:innen der Kiwa International Cert GmbH durchgeführt.
Zeitraum für eine IFS Zertifizierung
Der Zeitraum für eine IFS‑Zertifizierung hängt stark vom Reifegrad des Unternehmens ab, lässt sich aber grob wie folgt einordnen:
- Vorbereitung:
Je nach Ausgangssituation ca. 3 bis 12 Monate (Aufbau oder Anpassung des Managementsystems, HACCP, Schulungen, Dokumentation).
- Auditplanung und Durchführung:
2-3 Monate, inklusive Terminvereinbarung und Vor‑Ort‑Audit.
- Korrekturmaßnahmen und Zertifikatsentscheidung:
In der Regel 4–6 Wochen, abhängig von Anzahl und Schwere der Abweichungen.
Gesamtdauer:
- Unternehmen mit bestehenden Systemen: ca. 3–6 Monate
- Unternehmen ohne Vorarbeit: bis zu 12 Monate
Welche Anforderungen stellt die IFS-Zertifizierung?
IFS verlangt ein gelebtes, dokumentiertes Managementsystem, das Lebensmittelsicherheit, Qualität, Hygiene und gesetzliche Anforderungen zuverlässig sicherstellt.
IFS stellt klare Anforderungen an Lebensmittelsicherheit, Qualität und Managementsysteme. Die wichtigsten Anforderungen sind:
Unternehmensverantwortung & Management
Die Geschäftsleitung muss Verantwortung übernehmen, Ziele definieren und ausreichende Ressourcen bereitstellen. Ein wirksames Qualitäts‑ und Lebensmittelsicherheitsmanagement ist erforderlich.
HACCP‑System
Ein vollständiges HACCP‑Konzept nach Codex Alimentarius ist Pflicht, inklusive Gefahrenanalyse, Risikobewertung und Überwachung kritischer Kontrollpunkte.
Qualitäts‑ und Sicherheitsmanagement
Dokumentierte Prozesse für Produktsicherheit, Qualitätskontrollen, Rückverfolgbarkeit, Reklamationen, Rückrufmanagement und Korrekturmaßnahmen sind notwendig.
Ressourcenmanagement
Mitarbeitende müssen qualifiziert, geschult und hygienisch unterwiesen sein. Gebäude, Anlagen, Betriebsmittel und Infrastruktur müssen geeignet und gewartet sein.
Herstellungsprozesse
Alle Produktions‑, Lager‑ und Transportprozesse müssen kontrolliert, dokumentiert und hygienisch sicher gestaltet sein.
Messung, Analyse und Verbesserung
Regelmäßige interne Audits, Produktprüfungen sowie kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen sind vorgeschrieben.
Häufige Abweichungen - und wie Sie sie vermeiden
Die meisten IFS‑Abweichungen entstehen nicht durch fehlende Anforderungen, sondern durch ungenügende Umsetzung, Pflege und Kontrolle. Strukturierte Prozesse, geschulte Mitarbeitende und regelmäßige Überprüfungen sind der Schlüssel zur erfolgreichen Zertifizierung.
Unvollständiges oder fehlerhaftes HACCP‑Konzept
Abweichung:
Gefahren sind nicht vollständig bewertet, CCPs und andere Kontrollpunkte sind nicht messbar und die Überwachung ist nicht nachvollziehbar dokumentiert.
So vermeiden Sie es:
-
HACCP regelmäßig aktualisieren (z. B. bei Prozess‑ oder Produktänderungen)
-
Interdisziplinäres HACCP‑Team einsetzen
-
Überwachungen und Korrekturmaßnahmen sauber dokumentieren
Mangelhafte Dokumentation
Abweichung:
Dokumente sind veraltet, unvollständig oder nicht gelenkt (Versionsstände fehlen).
So vermeiden Sie es:
-
Zentrales Dokumentenmanagement einführen
-
Verantwortlichkeiten klar festlegen
-
Regelmäßige Dokumentenreviews durchführen
Unzureichende Rückverfolgbarkeit
Abweichung:
Chargen können nicht vollständig oder nicht zeitnah zurückverfolgt werden.
So vermeiden Sie es:
-
Rückverfolgbarkeit regelmäßig testen
-
Wareneingangs‑ und Ausgangsdaten konsequent erfassen
-
Lieferanteninformationen vollständig pflegen
Hygienemängel in Produktion und Umfeld
Abweichung:
Unzureichende Reinigung, schlechte Personalhygiene oder bauliche Mängel.
So vermeiden Sie es:
-
Reinigungs‑ und Hygienepläne klar definieren und überwachen
-
Mitarbeiterschulungen regelmäßig durchführen
-
Begehungen mit Hygienechecklisten einplanen
Fehlende oder unzureichende Schulungen
Abweichung:
Mitarbeitende sind nicht ausreichend geschult oder Schulungen nicht nachgewiesen.
So vermeiden Sie es:
-
Schulungspläne für alle Funktionen erstellen
-
Schulungen dokumentieren und Wirksamkeit prüfen
-
Neue Mitarbeitende systematisch einweisen
Schwächen im Reklamations‑ und Korrekturmaßnahmenmanagement
Abweichung:
Reklamationen werden nicht systematisch ausgewertet oder Maßnahmen nicht wirksam umgesetzt.
So vermeiden Sie es:
-
Ursachenanalysen (Root Cause Analysis) durchführen
-
Maßnahmen terminiert und verantwortlich festlegen
-
Wirksamkeit regelmäßig überprüfen
Fehlende interne Audits oder Management Reviews
Abweichung:
Interne Audits werden nicht regelmäßig oder oberflächlich durchgeführt.
So vermeiden Sie es:
-
Auditpläne jährlich erstellen
-
Audits realitätsnah und kritisch durchführen
-
Managementbewertungen dokumentieren und nutzen
5 Schritte zur erfolgreichen IFS Umsetzung durch den Kunden
Erfolgreiche IFS‑Umsetzung bedeutet Führung, strukturierte Systeme, geschulte Mitarbeitende, gelebte Prozesse und kontinuierliche Verbesserung – nicht nur Auditvorbereitung.
Klare Verantwortung & Management‑Commitment
Die Geschäftsleitung übernimmt aktiv Verantwortung für Lebensmittelsicherheit und Qualität. Ziele, Rollen und Ressourcen (Zeit, Personal, Budget) werden eindeutig festgelegt und kommuniziert.
Aufbau eines wirksamen Management‑ und HACCP‑Systems
Ein vollständiges, aktuelles HACCP‑Konzept sowie ein dokumentiertes Qualitäts‑ und Lebensmittelsicherheitsmanagementsystem werden aufgebaut und an die betrieblichen Prozesse angepasst.
Schulung und Einbindung der Mitarbeitenden
Alle relevanten Mitarbeitenden werden regelmäßig geschult und in die IFS‑Anforderungen eingebunden. Verantwortlichkeiten sind klar definiert und im Alltag bekannt.
Konsequente Umsetzung im Tagesgeschäft
IFS‑Anforderungen werden nicht nur dokumentiert, sondern gelebt. Prozesse, Kontrollen, Rückverfolgbarkeit und Hygienemaßnahmen werden konsequent umgesetzt und dokumentiert.
Überwachung, interne Audits & kontinuierliche Verbesserung
Regelmäßige interne Audits, Rückverfolgbarkeitstests und Managementbewertungen stellen die Wirksamkeit sicher. Abweichungen werden analysiert und nachhaltig verbessert.
Tipps für eine praxisnahe Umsetzung
Eine praxisnahe IFS‑Umsetzung bedeutet: einfach, verständlich, verantwortlich und alltagstauglich – dann wird IFS gelebt und nicht nur für das Audit erfüllt.